Kita-Fachnews
Bilderbücher und Sprechblasen aus Papier (Themenfeld Sprachbildung & Mehrsprachigkeit)
Sprachbildung & Mehrsprachigkeit

Sprachbildung ist Ausbildungssache: Was der ERiK-Forschungsbericht V über Mehrsprachigkeit im Team verrät

ERiK-Zahlen des DJI zeigen, wie stark Mehrsprachigkeit inzwischen in der Ausbildung vorkommt — und wo ältere Jahrgänge ohne diese Inhalte arbeiten.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Sprachliche Bildung ist im Qualitätsdiskurs der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung (FBBE) kein Nischenthema mehr – sie ist zum Maßstab für Qualität geworden. Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) hat im Juli 2026 Zahlen aus dem Forschungsprojekt ERiK (Entwicklung von Rahmenbedingungen in der Kindertagesbetreuung) veröffentlicht, die den Blick auf die Ausbildung des pädagogischen Personals lenken. Ergebnis: Bundesweit hat sich 2024 knapp die Hälfte (48 Prozent) des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen im Rahmen der beruflichen Ausbildung mit sprachbezogenen Themen befasst – von „kindlicher Sprachentwicklung" über „Sprachspiele zur Sprachförderung" bis hin zu Mehrsprachigkeit. Weitere Befunde zur Qualität und zu den Handlungsfeldern des Kita-Qualitätsentwicklungs- und -teilhabeverbesserungsgesetzes (KiQuTG) bündelt der kürzlich erschienene ERiK-Forschungsbericht V, ein indikatorengestütztes Monitoring zum KiQuTG.

Besonders aufschlussreich ist die Altersstaffelung beim Thema Mehrsprachigkeit: Weniger als ein Drittel der vor 1970 Geborenen (32 Prozent) bzw. der 1970 bis 1979 Geborenen (30 Prozent) gibt an, Mehrsprachigkeit sei Teil der formalen Ausbildung gewesen. Bei den zwischen 1980 und 1989 Geborenen sind es 48 Prozent, bei den seit 1990 Geborenen 61 Prozent. Ausbildungsinhalte folgen also den gesellschaftlichen Veränderungen – nur eben mit Verzögerung. Gleichzeitig melden alle Alterskohorten Fort- und Weiterbildungsbedarf zur sprachlichen Bildung, die älteren Jahrgänge stärker als die jüngeren. Für die Praxis heißt das: Die Lücke zwischen dem, was in der Ausbildung angelegt wurde, und dem, was ein Team heute können muss, lässt sich nur über wirksame Fortbildung und Formate des Wissenstransfers schließen. Genau hier setzt die Initiative BiSS-Transfer an, deren Gesamtkoordination seit 2026 bei der Leitstelle am Mercator-Institut für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung (Universität zu Köln) liegt und die bis Ende 2027 durch das BMBFSFJ gefördert wird. Der Ansatz ist Multiplikation: nicht Einzelpersonen qualifizieren, sondern Strukturen aufbauen, in denen Fachberatungen, Leitungen und Teams gemeinsam lernen.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Machen Sie Mehrsprachigkeit zum beobachtbaren Teil Ihrer Arbeit: Notieren Sie in der Sprachlerndokumentation nicht nur deutsche Äußerungen, sondern auch, welche Erstsprachen Kinder aktiv nutzen und wann sie zwischen Sprachen wechseln (Translanguaging).
  • Bieten Sie im Team ein kurzes „Wissensfenster" von 15 Minuten pro Teamsitzung an – je ein Befund aus ERiK oder BiSS-Transfer, übersetzt in eine Alltagsfrage („Was heißt das für unseren Morgenkreis?").

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Nutzen Sie sprachsensible Situationen systematisch: Essenssituationen, Anziehen, Aufräumen sind die dichtesten Sprachgelegenheiten des Tages – und die, in denen die eigene Vorbildsprache am meisten wirkt.
  • Werfen Sie im Team den eigenen Ausbildungsstand offen an: Wer hat Mehrsprachigkeit in der Ausbildung gehabt, wer nicht? Diese ehrliche Bestandsaufnahme entlastet und macht Fortbildungsbedarf sichtbar, statt ihn zu individualisieren.

Für Kita-Leitungen

  • Bauen Sie das Thema als Personalentwicklungsthema in die Qualitätsentwicklung ein: Aus- und Fortbildungsbedarf erheben, in Jahresgesprächen verankern, Zeiten im Dienstplan sichern.
  • Setzen Sie auf Transfer statt Einmal-Fortbildung: Wer eine Fortbildung besucht, bringt sie als Kurzimpuls zurück ins Team – Multiplikation ist der Wirkmechanismus, den BiSS-Transfer systematisch nutzt.

Häufige Fragen

Wie viele Fachkräfte haben sich in der Ausbildung mit Sprache befasst? Laut ERiK haben sich 2024 bundesweit 48 Prozent des pädagogischen Personals in der beruflichen Ausbildung mit sprachbezogenen Themen befasst.

Wie unterscheiden sich die Altersgruppen beim Thema Mehrsprachigkeit? Bei den vor 1970 Geborenen waren es 32 Prozent, bei den 1980 bis 1989 Geborenen 48 Prozent und bei den seit 1990 Geborenen 61 Prozent.

Wer meldet Fortbildungsbedarf? Alle Alterskohorten melden Fort- und Weiterbildungsbedarf zur sprachlichen Bildung, die älteren Jahrgänge stärker als die jüngeren.


Quellen & Referenzen

  • Deutsches Jugendinstitut (DJI): Sprachbildung wird in Kitas immer wichtiger (01.07.2026, Daten des ERiK-Projekts). dji.de
  • DJI: ERiK-Forschungsbericht V – Befunde des indikatorengestützten Monitorings zum KiQuTG (DJI-Forschungsprojekt ERiK). dji.de
  • BiSS-Transfer: Gesamtkoordination durch die Leitstelle am Mercator-Institut für Mehrsprachigkeit und sprachliche Bildung seit 2026, gefördert bis Ende 2027 durch das BMBFSFJ. biss-sprachbildung.de
#ERiK#Sprachbildung#Mehrsprachigkeit#Ausbildung#Fortbildung#KiQuTG#Multiplikatorinnen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

Der kostenlose Wochenüberblick per E-Mail

Die wichtigsten Beiträge der Woche, einmal pro Woche. Kostenlos, ohne Verpflichtung und jederzeit mit einem Klick abbestellbar.

Kostenlos und jederzeit abbestellbar. Du bekommst zuerst eine E-Mail, in der du deine Anmeldung bestätigst (Double-Opt-in). Mehr in der Datenschutzerklärung.