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Multiprofessionelle Teams in der Kita: Neues nifbe-Handbuch für Personalgewinnung und Teamentwicklung

Neues nifbe-Handbuch (24.09.2026): 219 Seiten Praxiswissen für multiprofessionelle Kita-Teams – Personalgewinnung, Onboarding, Bindung, Fortbildung.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Das Niedersächsische Institut für frühkindliche Bildung und Entwicklung (nifbe) hat am 24. September 2026 sein neues Handbuch „Von der Personalgewinnung bis zur Personalentwicklung. Ein Handbuch für (multiprofessionelle) Kita-Teams“ veröffentlicht. Es erscheint als nifbe-Onlinetext Nr. 7, umfasst 219 Seiten, wurde von Michaela Kruse und Kassandra Klumpe verfasst und ist als PDF kostenlos abrufbar – samt 22 Praxiswerkzeugen von der beispielhaften Stellenausschreibung über einen Onboarding-Leitfaden und eine „100-Tage-Checkliste“ bis zu Kompetenzmatrix, Mitarbeitendenbefragung und Fortbildungs- und Entwicklungsplan.

Entstanden ist das Handbuch im Rahmen des Projekts „Unternehmenswandel in multiprofessionellen Kitas aktiv gestalten“, das die Historisch-Ökologische Bildungsstätte Emsland in Papenburg, das nifbe und das Bildungs- und Tagungszentrum Ostheide in Barendorf von 2023 bis 2025 mit ESF-Mitteln umgesetzt haben. Zehn Kitas aus dem Emsland und der Region Ostheide waren beteiligt – ihre Onboarding-Praktiken, Willkommensordner, Patensysteme und Hospitationsroutinen sind im Band dokumentiert.

Fachlich schließt das Handbuch an eine Position an, die der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge bereits 2016 formuliert hat: Multiprofessionelle Teams sind „nicht in erster Linie eine Methode zur Behebung des Personalmangels“, sondern ein Qualitätsmerkmal. Nicht einschlägig qualifizierte Kräfte werden als Ergänzung verstanden, nicht als Ersatz für pädagogische Fachkräfte – verbunden mit der Forderung, dass Träger und Fachberatung die Teams bei der Umsetzung begleiten. Deshalb erhebt das Handbuch auch keine Patentlösungen: Es bietet Reflexionsräume, Methoden und Beispiele, die an die jeweilige Einrichtung angepasst werden müssen.

Der Bedarf ist belegbar. Das Handbuch zitiert den Fachkräfte-Radar der Bertelsmann Stiftung von 2023: Danach fehlen in Westdeutschland bis 2030 bis zu 231.600 Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen, während für Ostdeutschland je nach Entwicklung ein Rückgang oder sogar ein Überschuss von bis zu 17.000 Fachkräften prognostiziert wird. Die Konsequenz im Band: Auf Bewerbungen zu warten, reicht nicht mehr.

Für die Qualität ist entscheidend, wie Teams zusammenarbeiten. Die Definition, die das Handbuch zugrunde legt, verlangt klare Rollen und Augenhöhe: Multiprofessionalität sei mehr als das Dazuholen anderer Professionen, jedes Teammitglied müsse sein Aufgabenfeld von dem der Kolleginnen und Kollegen abgrenzen können (Gerstenberg & Cloos, Universität Hildesheim, 2021). Empirisch stützt sich der Band auf die Auswertung von 25 Kitas in Baden-Württemberg (Weltzien et al. 2016): Die Qualität der Fachkraft-Kind-Interaktion veränderte sich durch nicht-pädagogisch qualifizierte Teammitglieder nicht wesentlich – der Mehraufwand für Kitaleitungen durch Einarbeitung, Teamentwicklung und Teambuilding wächst jedoch. Als motivationales Fundament benennt das Handbuch die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan: Autonomie, Kompetenzerfahrung und Verbundenheit.

Damit trifft es einen laufenden Politikprozess. Der Bundeskabinett-Entwurf für das Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG, beschlossen am 2. September 2026) sieht zusätzliche, einschlägig qualifizierte Fachkräfte für die Begleitung der sprachlichen Bildung in Einrichtungen mit vielen Kindern in herausfordernden Lebenslagen vor und will in jedem Land mindestens zehn Prozent der Kitas solche Ressourcen sichern. Teams werden dadurch heterogener – und die Frage, wer welche Aufgabe übernimmt, drängender.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Die eigene Rolle schriftlich klären lassen: Welche Aufgabe gehört zur Begleitung sprachlicher Bildung (Beobachtung, Impulse im Alltag, Elterngespräche, Übergangsbegleitung), und wo endet sie? Das Handbuch bezeichnet unklare Rollenbilder als häufigste Reibungsfläche in heterogenen Teams.
  • Formate für kollegiale Beratung und Fallbesprechung etablieren: Sprachförderkräfte bringen die fachliche Perspektive ein, das Team die Alltagsbeobachtung – das Handbuch liefert dafür Moderationskarten und eine Transfermatrix, mit der Maßnahmen aus Team-Fortbildungen im Alltag überprüft werden.
  • Sichtbarkeit bewusst nutzen: Das Handbuch zeigt in seinen Social-Media-Vorlagen, wie Kitas Teamprofile präsentieren („Das ist Julia, unsere Sprachfachkraft“) – das macht spezifische Expertise im Team und nach außen anschlussfähig.

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Unterschiedliche Kompetenzen benennen statt Unterschiede verwalten: Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger bringen frische Perspektiven und hohe Motivation, stoßen aber häufig auf Vorbehalte, wenn Aufgaben und Erwartungen unklar bleiben (Thurmann & Hansen 2023). Teams scheitern selten an den Unterschieden selbst, sondern daran, dass sie nicht offen angesprochen werden.
  • Patenschaften statt Einarbeitungsplan allein: Nach Einschätzung des Handbuchs wirkt ein Buddy-System aus dem Team oft stärker als formale Pläne – hilfreich ist eine Patin oder ein Pate, deren eigene Einarbeitung noch nicht lange zurückliegt.
  • Teamreflexion regelmäßig einplanen: Die Vorlagen „Wie arbeiten wir als Team zusammen?“ und „Was macht unsere Vielfalt aus?“ lassen sich in 45 Minuten im Dienstplan verankern.

Für Kita-Leitungen

  • Onboarding strukturieren: Das Handbuch dokumentiert Praxisbeispiele mit drei geplanten Hospitationen in den ersten Wochen (Woche 2, Woche 4 und später), jeweils mit Reflexionsgespräch, dazu Willkommensordner und Begrüßungsgeschenk im Eigentumsfach.
  • Personalentwicklung strukturell verankern: Kompetenzmatrix, Fortbildungsjournal, Mitarbeitenden-Entwicklungsgespräch und ein jährlicher Selbstcheck „Wie attraktiv sind wir für unser Team?“ sind als Anhänge direkt einsetzbar.
  • Mehraufwand einplanen und finanzieren: Einarbeitung und Teambuilding kosten Zeit – ohne Zeitanteile im Stellenplan bleibt nur der Appell. Bindungsarbeit ist dabei der günstigere Hebel: Fluktuation verursacht nach Angaben des Handbuchs zusätzliche Aufwendungen für Einarbeitung, Ausschreibungen und Vertretungen und gefährdet die Beziehungskontinuität zu Kindern und Familien.

Häufige Fragen

Was enthält das nifbe-Handbuch? 219 Seiten (nifbe-Onlinetext Nr. 7) von Michaela Kruse und Kassandra Klumpe, kostenlos als PDF, mit 22 Praxiswerkzeugen von der beispielhaften Stellenausschreibung an.

Woher stammen die Praxisbeispiele? Aus dem ESF-Projekt „Unternehmenswandel in multiprofessionellen Kitas aktiv gestalten“ (2023 bis 2025), an dem zehn Kitas aus dem Emsland und der Region Ostheide beteiligt waren.

Wie groß ist der Fachkräftebedarf? Nach dem zitierten Fachkräfte-Radar der Bertelsmann Stiftung von 2023 fehlen in Westdeutschland bis 2030 bis zu 231.600 Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen.


Quellen & Referenzen

  • nifbe: nifbe-Handbuch Multiprofessionelle Teams (Meldung zum Erscheinen), 24.09.2026. nifbe.de
  • nifbe: Von der Personalgewinnung bis zur Personalentwicklung. Ein Handbuch für (multiprofessionelle) Kita-Teams (nifbe-Onlinetexte Nr. 7, Kruse & Klumpe, 219 S., PDF). nifbe.de
  • nifbe: Projekt „Unternehmenswandel in multiprofessionellen Kitas aktiv gestalten“ (HÖB Emsland, nifbe, BTO; ESF-Förderung 2023–2025). nifbe.de
  • Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge: Empfehlungen zur Implementierung und Ausgestaltung multiprofessioneller Teams und multiprofessionellen Arbeitens in Kindertageseinrichtungen (DV 34/14, 2016). deutscher-verein.de
  • Bertelsmann Stiftung: Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2023 (Prognose bis 2030, West/Ost). bertelsmann-stiftung.de
  • Universität Hildesheim (Gerstenberg & Cloos, 2021): Multiprofessionelle Zusammenarbeit und Inklusion in Kindertageseinrichtungen. hilpub.uni-hildesheim.de
  • Kita-Fachtexte (Klumpe, 2025): Multiprofessionelle Teams in der Kita. kita-fachtexte.de
  • BMBFSFJ: Regierungsentwurf des Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetzes (SCQEG), Kabinettbeschluss 02.09.2026 (PDF). bmbfsfj.bund.de
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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

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