Kita-Fachnews
Tablet mit buntem Muster neben Wachsmalstiften (Themenfeld Medienpädagogik & Digitalisierung)
Medienpädagogik & Digitalisierung

KiLeif: Kinderperspektive als Maßstab für digitale Medienbildung in der Kita

Das Verbundprojekt KiLeif erhebt bis 2028 die Medienbedürfnisse von Drei- bis Sechsjährigen und entwickelt daraus Leitlinien für die frühe Medienbildung.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Zum Jahresbeginn 2026 ist das Verbundprojekt KiLeif – Kindorientierte Leitlinien einer frühen digitalen Medienbildung gestartet (Laufzeit 2026–2028). Getragen wird es vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in München gemeinsam mit der Universität Bremen und der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK), gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Die Ausgangsdiagnose des Projekts ist präzise: Die technische Ausstattung in Kitas verbessert sich, aber es fehlt „an einer systematischen pädagogischen Einbettung“. Die Lebenswelt von Drei- bis Sechsjährigen ist längst mit digitalen Medien verwoben – die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie.

KiLeif arbeitet in drei Modulen: Modul 1 erhebt mit altersgerechten Methoden die Medien-Bedürfnisse und Medienerfahrungen von Kindern zwischen drei und sechs Jahren im familiären und institutionellen Kontext – die Kinderperspektive steht am Anfang, nicht am Ende. Modul 2 analysiert über Dokumentenanalysen, Stakeholder-Interviews und Gruppendiskussionen die institutionellen Rahmenbedingungen und die Haltungen der Fachkräfte. Modul 3 übersetzt die Ergebnisse in einem partizipativen Innovationsworkshop mit Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis in konkrete Leitlinien.

Die empirische Lage stützt den Bedarf. Eine Online-Befragung von 162 Fachkräften in Thüringen (erschienen in DiMe-Sozial, Oktober 2025) zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen politischem Anspruch und Praxis: Digitale Medien werden überwiegend für Organisation und Kommunikation genutzt, kaum im Bildungsalltag, und Medienbildung ist selten konzeptionell verankert – bei zugleich großem Fortbildungsinteresse. Eine Interventionsstudie in der Zeitschrift MedienPädagogik (N = 33 Fachkräfte, zwei Ganztagstrainings, Tablets, Begleitung über ein Jahr) konnte medienbezogenes Wissen und Handeln signifikant steigern und die Entwicklung eines Medienkonzepts unterstützen – nicht aber die medienbezogenen Einstellungen und das wahrgenommene eigene Medienkompetenzerleben. Für die Praxis heißt das: Ein Kurzworkshop verändert Wissen, aber nicht Haltung. Für die Verankerung braucht es ein Curriculum. Ein Vorbild ist das Niedersächsische Rahmencurriculum „Kindgerechte Medienbildung im Elementarbereich“ (KiM-Elementar): mindestens 28 Unterrichtsstunden (Grundlagenmodul ≥ 20 UStd. plus Praxistransfer ≥ 8 UStd. mit Coaching oder Fachberatung), ein Kompetenzprofil für mehrere Handlungsfelder, ein Selbsteinschätzungsbogen und die klare Vorgabe, dass die Kita-Leitung mindestens einen Baustein im Tandem mit einer Fachkraft absolviert.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Digitale Medien als Sprachwerkzeug nutzen, nicht als Beschäftigung: Kinder mit dem Tablet eigene Hörgeschichten, Fotogeschichten oder Interviews aufnehmen lassen – das Erzählen, Strukturieren und Wiedererzählen ist die eigentliche Sprachförderung.
  • Medienbezogene Kinderäußerungen aufgreifen („Mein Bruder hat ein Handy“) und daraus Erzählanlässe machen; dabei die Familiensprachen sichtbar einbeziehen.

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Nicht mit Einstellungen, sondern mit Beobachtung anfangen: Eine Woche lang notieren, welche Medienfragen und -erfahrungen Kinder einbringen, welche Geräte tatsächlich genutzt werden und in welchen Situationen. Das Ergebnis ist der Ausgangspunkt der Konzeption – nicht der Medienkoffer.
  • Kollaborative Nutzung bevorzugen: Tablets in Zweier- oder Dreiergruppen, mit klarer Aufgabe und Zeitbegrenzung. Die Interventionsstudie zeigt: Wenn Medien genutzt wurden, dann meist gemeinsam mit Fachkräften und zeitlich begrenzt – genau darin liegt der pädagogische Unterschied.

Für Kita-Leitungen

  • Medienkonzept statt Einzelinitiative: Zielbild, Ist-Analyse, kurzfristige und langfristige Ziele, Zuständigkeiten und Fortbildungsplan verschriftlichen. Die Projektergebnisse von KiLeif (ab 2027/2028) liefern dafür die empirische Grundlage.
  • Leitung geht ins Tandem: Qualifizierung nach dem Modell von KiM-Elementar (Grundlagenmodul plus begleiteter Praxistransfer) funktioniert nur nachhaltig, wenn die Leitung mit im Boot ist – Ausstattung ohne Konzept und Haltung bleibt ein Regal mit Tablets.
  • Kooperationen nutzen: Landesmedienanstalten, JFF, Medienpädagogische Referent*innen und Fachberatung bieten Begleitung; deren Kosten sind im Budget für Qualitätsentwicklung einzuplanen, nicht in Restmitteln.

Häufige Fragen

Was ist KiLeif? Das Verbundprojekt „Kindorientierte Leitlinien einer frühen digitalen Medienbildung“ mit einer Laufzeit von 2026 bis 2028. Träger sind das JFF München, die Universität Bremen und die HAWK, gefördert vom BMBFSFJ.

Wie arbeitet das Projekt? In drei Modulen: Medien-Bedürfnisse von Kindern zwischen drei und sechs Jahren, institutionelle Rahmenbedingungen und Haltungen der Fachkräfte sowie ein partizipativer Innovationsworkshop.

Was zeigt die Befragung in Thüringen? Digitale Medien werden von den 162 befragten Fachkräften überwiegend für Organisation und Kommunikation genutzt, kaum im Bildungsalltag, bei zugleich großem Fortbildungsinteresse.


Quellen & Referenzen

  • JFF – Institut für Medienpädagogik: Projekt KiLeif – Kindorientierte Leitlinien einer frühen digitalen Medienbildung (2026–2028) https://www.jff.de/schwerpunkte/kita-jugendhilfe-schule/kileif · Projektwebsite: https://kileif.jff.de
  • Bremeier, J.-U. (2025): Medienbildung in der Kita zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eine empirische Bestandsaufnahme. DiMe-Sozial https://www.dime-sozial.de/index.php/dimesoz/article/view/82
  • Wirth, A.; Mues, A.; Schuster, J.; Schiele, T.; Niklas, F. (2025): Medienkompetenzen von Fachkräften in der Frühpädagogik stärken. MedienPädagogik https://doi.org/10.21240/mpaed/00/2025.08.07.x
  • Niedersächsisches Kultusministerium: Rahmencurriculum KiM-Elementar – Kindgerechte Medienbildung im Elementarbereich https://www.mk.niedersachsen.de/download/191086/Nds._Rahmencurriculum_Kindgerechte_Medienbildung_im_Elementarbereich.pdf
#Medienbildung#Medienpädagogik#KiLeif#Tablet#Kinderperspektive#Medienkonzept#Fortbildung

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

Der kostenlose Wochenüberblick per E-Mail

Die wichtigsten Beiträge der Woche, einmal pro Woche. Kostenlos, ohne Verpflichtung und jederzeit mit einem Klick abbestellbar.

Kostenlos und jederzeit abbestellbar. Du bekommst zuerst eine E-Mail, in der du deine Anmeldung bestätigst (Double-Opt-in). Mehr in der Datenschutzerklärung.