Kita-Fachnews
Kompass und Fähnchen auf einer Papierlandschaft (Themenfeld Leitung & Fachberatung)
Leitung & Fachberatung

Die Rolle der Kitaleitung: Sicherheit und Gesundheit als Führungsaufgabe

Die DGUV-Zeitschrift KinderKinder 1/2026 zeigt, wie Kitaleitungen Arbeitsschutz delegieren, ohne dass Träger und Team die Gesamtverantwortung verlieren.

Worum es geht: Sicherheit und Gesundheit gehören zur Leitungsrolle

Die Fachzeitschrift „KinderKinder" der gesetzlichen Unfallversicherung widmet ihre Ausgabe 1/2026 dem Schwerpunkt „Die Rolle der Kitaleitung" (S. 1–2). Ausgangspunkt ist eine nüchterne Bestandsaufnahme: Leitungskräfte in Kitas haben eine riesige Bandbreite an Aufgaben – Dienstplanung, Konzeptarbeit, Teamentwicklung, Administration – und dazu gehört auch, dafür Sorge zu tragen, dass alle in der Kita, „egal, ob Groß oder Klein", gesund und sicher arbeiten oder spielen können (S. 4).

Der Träger bleibt dabei in der Gesamtverantwortung, überträgt die Durchführung eines großen Teils der Maßnahmen aber in der Regel auf die Kitaleitung (S. 4). Rechtlich verpflichten das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention" den Arbeitgeber, Maßnahmen zu ergreifen, damit Beschäftigte sicher und gesund arbeiten können; in der Kita ist der Arbeitgeber der Träger – und neben den Beschäftigten müssen immer auch die Kinder in die Überlegungen einbezogen werden (S. 4).


Zwischen Verantwortung und Delegation

Aufgaben abgeben – Verantwortung behalten

Leitungen können bestimmte Aufgaben an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter delegieren, die sich durch gezielte Schulungen Fachwissen angeeignet haben. So kann der Sicherheitsbeauftragte bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilung unterstützen oder bestimmte Unterweisungen durchführen. Die Präventionsexpertin Annette Kuhlig von der Unfallkasse Berlin betont jedoch: „Es ist dabei wichtig zu wissen, dass Sicherheitsbeauftragte zwar Aufgaben übernehmen können, sie sind aber nicht verantwortlich für Sicherheit und Gesundheit." (S. 5)

Delegation endet deshalb nicht mit der Übergabe. Die Leitung muss sicherstellen, dass die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden – auch bei Personalmangel (S. 5). Eine gute Unterstützung sind die Stellvertretungen: Sie sichern die Abläufe in Abwesenheit der Leitung, müssen gut eingebunden und informiert sein und können einzelne Bereiche wie die Organisation der Ersten Hilfe komplett übernehmen. Auch hier gilt laut Kuhlig: „Trotzdem muss die Leiterin kontrollieren, ob alles läuft." (S. 5)

Bei spezifischen Themen wie Infektionsschutz, Brandschutz oder Schutz vor UV-Strahlung sollten externe Fachkräfte hinzugezogen werden – Betriebsärztinnen und -ärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit (S. 5).

Große Träger im Vorteil, kleine Kitas auf sich gestellt

Ob großer oder kleiner Träger: Die Aufgaben im Arbeitsschutz sind identisch. In der Praxis sind Kitas großer Träger nach Einschätzung von Annette Kuhlig aber meist im Vorteil gegenüber Einrichtungen ganz kleiner Träger, etwa Elterninitiativen: Abläufe sind standardisiert, Prüfungen von elektrischen Betriebsmitteln, Spielgeräten und Brandschutz sowie die Behebung baulicher Mängel erfolgen zentral durch den Träger oder externe Firmen, betriebsärztliche Leistungen und Fachkräfte für Arbeitssicherheit werden zentral eingekauft, und Unterweisungsmaterialien stehen oft über das Intranet bereit (S. 4).

Kleine Kitas müssen sich diese Inhalte selbst zusammensuchen und eigenständig mit ihrem Vorstand organisieren. Hilfreich sind dabei die Unterstützung durch eine Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Austausch mit anderen Kitas in einrichtungsübergreifenden Leitungsrunden und die Branchenregel Kindertageseinrichtung, die einen Überblick über mögliche Gefährdungen und Präventionsmaßnahmen im Kita-Alltag bietet (S. 4–5). Die DGUV Regel 102-602 bündelt praxisnah alle Aspekte, integriert gesetzliche Vorgaben, Normen, Forschungsergebnisse und Erfahrungen der Unfallversicherungsträger und beschreibt 16 typische Tätigkeiten mit zentralen Gefährdungen und passenden Präventionsmaßnahmen; Adressaten sind vor allem Träger, Leitungen und Präventionsfachkräfte (S. 13).


„Eine gesunde Kita ist damit Führungsaufgabe"

Haltung, Vorbild, Beteiligung

Der zweite große Beitrag des Heftes rückt die Führungskultur ins Zentrum. Sozialpädagogin Lena Heidrich, Bildungs- und Qualitätsbeauftragte des Instituts für Bildung und Entwicklung, hält fest: „Wenn ergonomische Stühle und eine Lärmampel eine Kita gesund machen würden, dann hätten wir heute keine kranken Kitas mehr." (S. 6) Entscheidend sei eine wertschätzende und gesundheitsfördernde Führungskultur, die sich unmittelbar auf das Wohlbefinden der pädagogischen Fachkräfte – und damit auch der Kinder – auswirke: „Eine gesunde Kita ist damit Führungsaufgabe." (S. 6)

Konkret bedeutet das: Die Vorbildfunktion der Leitung zählt. Neue Aufgaben lassen sich als Belastung deuten und die eigene Unruhe auf die Belegschaft übertragen – oder man sagt: „Alles klar – kriegen wir hin" (S. 6). Feste Strukturen, transparente Entscheidungen und eine positive Grundhaltung geben dem Team Orientierung; Beteiligung ist ebenso wichtig, weil Fachkräfte nur so Sinnhaftigkeit im Beruf finden und resilient bleiben. Konkrete Anforderungsprofile tragen zur emotionalen Sicherheit bei, denn „Fachkräfte brauchen Klarheit darüber, was genau ihre Aufgabe ist und wie sie dieser gerecht werden können" (S. 6–7). Gesunde Führung heißt, Beschäftigte weder zu über- noch zu unterfordern, sondern sie so zu unterstützen, dass sie ihr Potenzial und ihre Kompetenzen einbringen können (S. 7).

Was Leitungen können müssen

Kitaleitungen sind auf vielen Ebenen gefordert: Sie müssen organisieren, sich mit Arbeitsschutz und rechtlichen Vorgaben auskennen und Krisen managen. Neben Fachwissen gehören persönliche Kompetenzen dazu – Flexibilität und Belastbarkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion, Kommunikationsstärke, Konfliktfähigkeit und Empathie. Heidrich: „Eine Leitung muss sich ins Team hineinversetzen können. Sie muss Konflikte erkennen, ansprechen und konstruktiv lösen – sonst macht es niemand." (S. 7)

Der Beitrag benennt aber auch die Grenzen: Die größten Herausforderungen sind Zeit- und Personalmangel, hinzu kommen steigende Anforderungen im Bereich Bildung und Erziehung. Trotzdem bleiben Handlungsmöglichkeiten, denn „viele Herausforderungen haben mit uns selbst zu tun" – ob man engagiert ist, seine Energie in der verfügbaren Zeit klug einsetzt und eine gesunde Haltung gegenüber der Arbeit hat (S. 7). Leitungen brauchen dafür ausreichend zeitliche Ressourcen; regelmäßige Fortbildungen, etwa zu Zukunftsthemen wie Digitalisierung oder psychosozialer Gesundheit, erhöhen die Selbstwirksamkeit und reduzieren Unsicherheiten im Team (S. 7). Der Träger ist dabei nicht außen vor: „Kitas entwickeln sich besonders gut, wenn Träger und Leitung in klar kommunizierter Partnerschaft zusammenarbeiten." (S. 7)

Vom Leitbild zur gelebten Konzeption

Der Weg zur gesunden Kita beginnt mit einem Leitbild, das vom Träger vorgegeben und aus dem gemeinsam mit dem Team eine eigene Vision abgeleitet wird. Darauf aufbauend geht es darum, eine Konzeption zu entwickeln und Schritt für Schritt Ziele zu setzen. Eine gelebte Konzeption bietet Kindern, Eltern, Fachkräften, Leitung und Träger Klarheit und Verbindlichkeit und holt den Gesundheitsschwerpunkt von der Dokumentation auf dem Papier in die Praxis – etwa, indem in Teamsitzungen ein Fokus auf die Energie der Beschäftigten gelegt wird: Wie geht es dir/mir heute? Wie viel Energie habe ich? Was hat mir heute Energie gegeben oder genommen? (S. 7)

Hilfreich ist aus Sicht von Heidrich zudem, sich mit der ISO-Norm 45001 (Managementsysteme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit) auseinanderzusetzen: „Die ist für Unternehmen gedacht – eine Kita ist ja genau das." Die Norm enthalte Arbeits- und Gesundheitsschutzwissen, das sich von der Theorie in die Kitapraxis übertragen lasse (S. 8). Auch Gefährdungsbeurteilungen sollten Kitas nicht als lästige Pflicht wahrnehmen: Schaut sich das Team den Raum und die Essenssituation an und stellt fest, dass es zu laut ist und die Sitzposition für die Fachkräfte nicht optimal, lassen sich daraus Maßnahmen ableiten. Sind diese dokumentiert, ist die Gefährdungsbeurteilung für den Raum erledigt. Heidrich: „Wenn man das Risikomanagement als gemeinsames, ganzheitliches Fokusziel anlegt, kann daraus ein echter Gewinn für die Gesundheit aller werden." (S. 8)

Führung lässt sich messen – bis zu einem gewissen Grad

Gute Führung ist mehr als Bauchgefühl: Fluktuation und Krankheitsstände sind Kennzahlen dafür, Supervisionen und Coachings liefern qualitative Einblicke, Mitarbeiterbefragungen zu klar definierten Themen wie Kommunikation, Wertschätzung oder Arbeitsklima können zielführend sein – insbesondere, wenn sie im Rahmen einer klaren systematischen Organisationsentwicklung als Gesundheitsmonitoring eingesetzt werden (S. 7).


Neu als Leitung: kleine Schritte, langer Atem

Die erfahrene Kitaleiterin und Coach Tatjana Riedl beschreibt, worauf es beim Start in die Leitungsrolle ankommt (S. 9):

  • Wichtig ist, sich Zeit zu geben und nicht sofort alles verändern zu wollen. Kleine Schritte sind besser als große Umbrüche, und das Team sollte immer mitgenommen werden. Ein Jahr braucht man mindestens, um Strukturen, Team und Abläufe wirklich zu verstehen.
  • In kleineren Einrichtungen sind Leitungen oft noch im Gruppendienst – der Spagat zwischen Gruppe und Gesamtverantwortung. Wer für die Leitungstätigkeit freigestellt ist, sollte sich nicht nur ins Büro zurückziehen, sondern bewusst Kontakt halten, etwa durch regelmäßige Besprechungen oder kurze tägliche Gespräche mit allen Gruppen. Sonst verliert man den Blick für die Kinder, die Eltern und das Team.
  • Leitungen sollten nicht nur ihre eigenen Erwartungen mitteilen, sondern auch die Erwartungen der Fachkräfte an sie selbst erfragen – und offen kommunizieren, falls sie manche davon nicht erfüllen können.
  • Ob eine Erzieherin intern befördert wird oder in einer neuen Kita als Leitung anfängt, unterscheidet sich deutlich: Intern aufzusteigen heißt, Kinder und Kollegium zu kennen, sich aber abgrenzen und die neue Rolle im Team erst etablieren zu müssen – oft schwieriger als gedacht, weil frühere Beziehungen sich verändern. Externe haben in der Regel eine höhere Grundakzeptanz, müssen dafür aber Team, Kinder, Eltern und Strukturen neu kennenlernen.
  • Zur neuen Verantwortung gehören Entscheidungen, die nicht allen gefallen, Verwaltungsaufgaben, Elternarbeit und Personalfragen. Viele unterschätzen zudem, wie sehr sich die Beziehung zum Träger neu gestalten muss – regelmäßige Gespräche sind hier „Gold wert" (S. 9).
  • Selbstfürsorge (in der Freizeit und in Pausen), Coaching, Fachberatung und der Austausch mit Kolleginnen helfen, in der neuen Rolle gesund zu bleiben.

„Wo die Fäden zusammenlaufen": Leitung als Schnittstellenrolle

Der Praxisbericht porträtiert Josephine Panzer, Leiterin der städtischen inklusiven Kita Regenbogenland in Rötha bei Leipzig mit mehr als 180 Kindern – darunter acht Integrationsplätze – und 26 pädagogischen Fachkräften (S. 10). Ihr Alltag gleicht oft einer Jonglage: ein Krankenschein, eine spontane Nachfrage der Stadtverwaltung oder ein Elternanruf – „schon kippt die sorgfältig geplante Balance". Ihr Leitsatz lautet: Bindung vor Bildung; wenn die Not groß ist, springt sie selbst im Gruppendienst ein (S. 10).

Als Panzer vor zehn Jahren mit Mitte 20 die Leitung übernahm, traf sie auf festgefahrene Strukturen: acht überfüllte Gruppen, starre Abläufe, wenig Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse. „Das war schon immer so", war der Satz, den sie am häufigsten hörte (S. 10). Die Versuche, pädagogische Konzepte moderner und kindorientierter zu gestalten, stießen damals im Team wie bei den Eltern auf massiven Widerstand. Der Weg dorthin war nur durch gute Kommunikation zu schaffen – für die Leiterin das wichtigste Mittel in ihrer Schnittstellenfunktion zwischen Träger, Eltern und eigenem Team. Sie setzt auf Offenheit, Transparenz, Empathie und gleichzeitig klare Ansagen: „Manchmal hilft nur die Frage: Stell dir vor, das wäre dein Kind. Wie würdest du dich fühlen?" (S. 11) Diese Haltung prägt auch die interne Kultur – wertschätzend, lösungsorientiert, mit klarer Fehler- und Reflexionskultur und einer Prise Humor (S. 11).

Zugleich muss sie Erwartungen enttäuschen: „Ich kann nicht immer alle glücklich machen. Aber ich kann erklären, warum ich wie entschieden habe." (S. 12) Der Lohn des langen Atems kam 2024 mit der Auszeichnung als „Kita des Jahres" für das offene Konzept – verbunden mit einer Umgestaltung der Räume und einem neuen Schlafkonzept: Die jüngeren Kinder mit höherem Schlafbedürfnis zogen in die erste Etage, die älteren ins Erdgeschoss; oben ist Ruhe, während unten getobt werden kann (S. 12). Unterstützt haben sie die Stellvertreterin Sandra Zimmerling, Fachberatung und der Rückhalt des Trägers. Und ganz wichtig: „Meine größte Ressource im Job ist das Leitungstandem." (S. 13) Zusätzlich wurden drei Teamleiterinnen installiert, die als Bindeglied zwischen Leitungsebene und Team vermitteln und die Kommunikation erleichtern (S. 13).

Offen benannt werden auch die Dauerbelastungen: Die Zeit des Umbruchs war kräftezehrend, und die Belastungen sind im Tagesgeschäft groß, wenn eine Krankheitswelle anrollt und Personalmangel droht (S. 12). Als Leitungsthema auf ihrem Tisch landet über den Träger auch der Arbeitsschutz – in der Kita Regenbogenland ist der Lärmschutz besonders wichtig, weil die Akustik in dem Altbau nicht die beste ist; das Preisgeld des Deutschen Kita-Preises soll in Schallschutz an Decken und Wänden investiert werden (S. 13).


Praxisbezug für die Kita: Handlungsimpulse aus dem Heft

Für Kita-Leitungen

  • Aufgaben und Verantwortung schriftlich sortieren: Anhand der Branchenregel Kindertageseinrichtung (DGUV Regel 102-602) und der Basisinformation der Unfallversicherungsträger einen Überblick erstellen, welche Aufgaben der Träger wahrnimmt, welche die Leitung übernimmt, wer sie durchführt und wie die Leitung die Umsetzung kontrolliert – Delegation entlastet nur, wenn die Kontrolle mitgedacht wird (S. 4–5, 13).
  • Einarbeitungsplan für den Rollenstart: mindestens ein Jahr mit kleinen Schritten, fest eingeplante kurze Gespräche mit allen Gruppen, offene Klärung der gegenseitigen Erwartungen – und früh Coaching oder Fachberatung einbeziehen (S. 9).
  • Gesundheit in der Konzeption verankern: das vom Träger vorgegebene Leitbild mit dem Team zu einer eigenen Vision und Konzeption weiterentwickeln, Zielschritte festlegen und den Schwerpunkt Gesundheit sichtbar dokumentieren (S. 7).
  • Energie regelmäßig zum Thema machen: in Teamsitzungen fragen, wie es den Beschäftigten geht und was Energie gegeben oder genommen hat (S. 7).
  • Führung überprüfbar machen: Fluktuation und Krankheitsstände als Kennzahlen nutzen, Supervisionen, Coachings und Mitarbeiterbefragungen im Rahmen eines systematischen Gesundheitsmonitorings einsetzen (S. 7).
  • Gefährdungsbeurteilung als Werkzeug nutzen: die Essenssituation oder den Raum als Anlass nehmen, Belastungen wie Lärm und Sitzposition zu betrachten, Maßnahmen abzuleiten und zu dokumentieren (S. 8).

Für pädagogische Fachkräfte und Teams

  • Unterweisungen sind mehr als Formalie: Unterweisungen sind arbeitsplatz- und tätigkeitsbezogen, vor Aufnahme der Tätigkeit und bei Veränderung der Situation, mindestens aber einmal jährlich durchzuführen. Die Kitaleitung organisiert sie üblicherweise, kann Organisation und Durchführung weitergeben – bleibt aber dafür verantwortlich, dass sie erfolgen und dokumentiert werden (S. 22).
  • Dokumentation vollständig anlegen: festgehalten werden Thema und Inhalt, Datum, vollständige Namen aller unterwiesenen Personen, Namen und Funktion der unterweisenden Person sowie die Unterschriften aller Teilnehmenden; sinnvoll sind zusätzlich Dauer, Ort und eingesetzte Hilfsmittel. Ob analog oder digital dokumentiert wird, bleibt der Kita überlassen (S. 22).
  • Aufbewahrung einplanen: Die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention" verlangt eine „angemessene Zeit"; als sinnvoll gilt ein Zeitraum von mindestens zwei, besser drei Jahren (S. 22).
  • Kinder kindgerecht unterweisen: Auch Kinder müssen in manchen Dingen unterwiesen werden – etwa beim gründlichen Händewaschen oder beim richtigen Verhalten bei Feueralarm; die Unterweisung von Kindern ist im Grunde gleichzusetzen mit nicht verhandelbaren Regeln (S. 22).
  • Rückmeldungen an die Leitung strukturieren: Für das Gespräch mit dem Träger hilft es, Beeinträchtigungen des kindlichen Wohlbefindens aufzeigen zu können, statt nur subjektiv Belastungen zu beklagen – das verleiht der Argumentation ein anderes Gewicht (S. 16).

Weitere Themen des Heftes im Überblick

  • WoGe – Wohlbefinden der Kleinsten systematisch erfassen (S. 14–15): Das von der Universität Leipzig im Auftrag der DGUV entwickelte Verfahren „Wohlbefindens- und Gefährdungsbeurteilung" (WoGe) für Kinder unter drei Jahren basiert auf der Idee, dass Wohlbefinden ein zentraler Qualitätsindikator frühkindlicher Betreuung ist. Fachkräfte erhalten strukturierte Beobachtungsbögen etwa zu emotionaler Sicherheit, Selbstwirksamkeit und sozialer Teilhabe. Fünf Einrichtungen haben das Tool mitentwickelt und getestet – unter anderem die Kita Pappelallee in Berlin, deren Team nach einem Aha-Moment die Räume und das Material neu ordnete. Erzieherin Vivien Hanke: „Wir sehen endlich auch die Stilleren", und „es ist keine zusätzliche Belastung, sondern eine echte Unterstützung" (S. 15). Das Verfahren kann bestehende Dokumentationspflichten ergänzen oder ersetzen und gibt laut der wissenschaftlichen Begleiterin Marianne Rölli Siebenhaar gerade auch bei Kindern ohne Deutschkenntnisse wertvolle Hinweise (S. 15). Zugleich wird eingeräumt, dass die Implementierung „sicher eine Weile" braucht (S. 15).
  • Trägerverantwortung bei Gefährdungsbeurteilungen (S. 16): In erster Linie sind die Träger für die Durchführung von Gefährdungsbeurteilungen verantwortlich. Da die Materialien kostenfrei zur Verfügung stehen, wäre eine Unterstützung durch die Träger – etwa die Finanzierung von Weiterbildungen oder Entlastung – ideal (S. 16).
  • Teamarbeit als Schlüsselfaktor für Kinderschutz (S. 17): Eine bundesweite Befragung von über 21.000 Fach- und Leitungskräften zeigt, dass belastende Situationen, in denen Kinder nicht ausreichend geschützt sind, regelmäßig vorkommen. Zentrale präventive Faktoren sind funktionierende Teamarbeit, eine offene Reflexions- und Feedbackkultur sowie ausreichende Leitungszeit; eine gute Personalausstattung allein reicht nicht. Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt daher mehr Fachberatung, höhere Fachkraftquoten und bessere Rahmenbedingungen für Leitungen (S. 17).
  • Sicher und hygienisch kochen mit Kindern (S. 18–19): Gemeinsames Kochen ist pädagogisch wertvoll – für Motorik, Sprachentwicklung, Konzentration und Selbstständigkeit, etwa über Rezepte mit Bildern. Es braucht aber klare Regeln: je nach Alter drei bis fünf Kinder pro Fachkraft, ein Ampelsystem in der Küche (rot = nur Erwachsene, orange = unter Aufsicht, grün = sicher), altersgerechte Messer, gesicherte Herdplatten und Anschaltknöpfe, keine heißen Pfannen und Töpfe im Kinderbereich, Herdschutzgitter, hintere Herdplatten und nach hinten gedrehte Griffe. Für Hygiene sorgen Händewaschen, Schürzen, zurückgebundene Haare und vegetarisches Kochen; ergonomisch sind variable Arbeitshöhen und möglichst kein dauerhaftes Bücken auf Kinderhöhe. Eine Gefährdungsbeurteilung, gegebenenfalls gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit, hilft, Risiken zu minimieren (S. 19).
  • Übergang Kita–Schule (S. 20–21): Der Übergang ist ein zentraler Entwicklungsschritt und will über mindestens ein Jahr gut vorbereitet sein; entscheidend sind Kooperation und Vernetzung im Dreiklang Kita, Schule und Eltern. Die Stadt Nürnberg hat dafür eine kostenfreie modulare Toolbox mit Tipps, Vordrucken, Formularen und Musterplänen entwickelt. Eltern sollen aktiv einbezogen werden – unter anderem über drei thematische Eltern-Kind-Nachmittage zu kognitiven Voraussetzungen und Schulfähigkeit, zur kindlichen Wahrnehmung, zu mathematischer und sprachlicher Bildung sowie zu Schulhaus und Schultasche. Barbara Moser vom Jugendamt Nürnberg beruhigt dabei Eltern ohne gute Deutschkenntnisse: Kinder, die ihre Erstsprache gut beherrschen, lernen Deutsch einfacher, deshalb ist es wichtig, dass in der Familie viel in der Muttersprache gesprochen wird (S. 21).
  • Außengelände und Tierhaltung (S. 17, 23–24): Die DGUV Information 202-022 unterstützt Leitungen und Träger bei Planung, Gestaltung und Wartung von Außengeländen – zu den Themen gehören Spielplatzgeräte, Fallschutz, Aufsicht, Inklusion, Natur- und Wasserspielbereiche sowie Prüf- und Wartungsroutinen (S. 17). Ein Frühjahrscheck umfasst die Inspektion der Spielgeräte, die Prüfung des Fallschutzes, das Sichern von Wegen, Wetterschutz, ungiftige Pflanzen und Rückschnitt, freie Sichtachsen für die Aufsicht und Schattenplätze (S. 24). Die Rubrik „Was mich beschäftigt" schildert, wie ein Ehrenamtlicher eine Kita bei der Haltung von vier Hennen unterstützt (S. 23).

Häufige Fragen

Wer trägt die Verantwortung für Sicherheit und Gesundheit in der Kita? Der Träger bleibt in der Gesamtverantwortung, überträgt die Durchführung eines großen Teils der Maßnahmen aber in der Regel auf die Kitaleitung.

Darf die Leitung Aufgaben delegieren? Ja, an geschulte Mitarbeitende. Sicherheitsbeauftragte können Aufgaben übernehmen, sind aber laut Annette Kuhlig von der Unfallkasse Berlin nicht verantwortlich für Sicherheit und Gesundheit. Die Leitung muss kontrollieren, ob alles läuft.

Welche Rechtsgrundlagen gelten? Das Arbeitsschutzgesetz und die DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“ verpflichten den Arbeitgeber, in der Kita also den Träger, Maßnahmen zu ergreifen.


Quellen- und Seitenverweise auf das Ausgangsdokument

Grundlage dieses Artikels ist die Auswertung zum Dokument 3129-001 (Originaldokument: 3129_001.pdf, 24 Seiten). Alle inhaltlichen Angaben und Zitate stammen ausschließlich aus diesem Dokument; die Seitenangaben beziehen sich auf dessen Seitenzahlen:

  • Titelthema und Heftschwerpunkt „Die Rolle der Kitaleitung": (S. 1–2)
  • Sicherheit und Gesundheit als Leitungsaufgabe, Trägerverantwortung, Arbeitsschutzgesetz und DGUV Vorschrift 1, Lage großer und kleiner Träger, Branchenregel: (S. 4–5, 13)
  • Delegation, Sicherheitsbeauftragte, Stellvertretungen, externe Fachkräfte, Kontrolle auch bei Personalmangel: (S. 5)
  • Gesundheitsfördernde Führung, Vorbildfunktion, Beteiligung, Anforderungsprofile, Kompetenzen der Leitung, Kennzahlen und Gesundheitsmonitoring, Fortbildungen, Zusammenarbeit mit dem Träger: (S. 6–7)
  • ISO-Norm 45001 und Gefährdungsbeurteilung in der Praxis: (S. 8)
  • Start in die Leitungsrolle (Fachmeinung Tatjana Riedl): (S. 9)
  • Praxisbericht Kita Regenbogenland in Rötha (Schnittstellenrolle, Kommunikation, Erwartungen, Leitungstandem, Lärmschutz): (S. 10–13)
  • WoGe-Verfahren und Interview zur Trägerverantwortung: (S. 14–16)
  • Meldungen (Bertelsmann-Befragung, Außenspielflächen, Moderationswerkzeug „Dialoge zur sicheren und gesunden Kita", Praxisportal Kinderrechte): (S. 17)
  • Sicheres und hygienisches Kochen mit Kindern: (S. 18–19)
  • Übergang Kita–Schule und Nürnberger Toolbox: (S. 20–21)
  • Unterweisungen und Dokumentationspflichten: (S. 22)
  • Porträt zur Tierhaltung und Außengelände-Check: (S. 23–24)

Bezug des Ausgangsdokuments: KinderKinder 1/2026, „Sicherheit & Gesundheit in Kindertageseinrichtungen", herausgegeben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV), Glinkastr. 40, 10117 Berlin, www.dguv.de; Redaktion: Universum Verlag GmbH, 65189 Wiesbaden (Impressum, S. 2); Ausgabe 01/2026 zusätzlich mit GUVH (Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover) und Landesunfallkasse Niedersachsen als Herausgebern (S. 1). Online: www.kinderkinder.dguv.de (S. 1).

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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

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