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Personal & Qualifizierung

Personalunterdeckung in NRW-Kitas: 36.103 Meldungen aus 6.018 Einrichtungen

Kita-Bericht NRW 2026: 6.018 Kitas meldeten 36.103 Personalunterdeckungen – 46 Prozent kürzten die Öffnungszeiten, 44 Prozent die Betreuungsplätze.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Der zweite Bericht „Kindertagesbetreuung NRW 2026“ des Forschungsverbunds DJI/TU Dortmund ist am 29. September 2026 erschienen und wertet erstmals systematisch die Meldungen zu Personalunterdeckungen nach § 47 SGB VIII aus – die sogenannten 47er-Meldungen der Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL). Für das Kalenderjahr 2025 sind das 36.103 Meldungen aus 6.018 verschiedenen Kitas. Damit hat mehr als jede zweite Einrichtung in NRW (55 Prozent) mindestens eine Personalunterdeckung gemeldet; eine einzelne Meldung dauerte im Schnitt drei Tage. Der Bericht nutzt Planungsdaten aus KiBiz.web für das Kita-Jahr 2026/27 und ist damit deutlich aktueller als die amtliche Kinder- und Jugendhilfestatistik.

Die Zeitreihe zeigt einen klaren Anstieg: Der mittlere Anteil betroffener Kitas je Kita-Jahr stieg von 7,6 Prozent (2022/23) über 13,5 Prozent (2023/24) auf 14,6 Prozent (2024/25). Der Zuwachs schwächt sich zuletzt ab – die Autor:innen lesen das aber nicht als Entspannung, sondern als Konsolidierung auf erhöhtem Niveau. Zur Einordnung nennt der Bericht selbst Grenzen: Ab Oktober 2024 wurde die Datenerfassung umgestellt, außerdem könnte eine gestiegene Sensibilität für die Meldepflicht die Zahlen erhöhen. Die 47er-Meldungen erfassen zudem nur Fälle, die die Meldeschwelle überschreiten – präventiv aufgefangene Ausfälle bleiben unsichtbar, das Belastungsausmaß dürfte also eher unterschätzt werden.

Wie die Kitas reagieren, ist im Detail dokumentiert: In 46 Prozent der Meldungen wurden die Öffnungszeiten reduziert, in 44 Prozent die Zahl der Betreuungsplätze, in 21 Prozent einzelne Gruppen geschlossen. Eine vollständige Schließung der Einrichtung wurde nur bei 3 Prozent der Meldungen angegeben. Bei 28 Prozent wurden „andere Maßnahmen“ genannt – rund 10.000 Freitextangaben, in über der Hälfte davon mit Einbezug der Eltern, etwa der Abfrage, ob Kinder früher abgeholt oder zu Hause betreut werden können.

Dominierender Grund bleibt der kurzfristige Krankheitsausfall (92 Prozent der Meldungen). Langfristige Erkrankungen, vakante Stellen und sonstige Gründe liegen zwischen 21 und 26 Prozent, Beschäftigungsverbote und Mutterschutz bei 12, Elternzeit bei 5 Prozent; in der Hälfte der Meldungen überlagern sich mehrere Ursachen. Auffällig: Unter „sonstiger Grund“ entfällt fast drei Viertel der Nennungen auf Urlaub, etwa jede fünfte auf Fortbildungen und Prüfungen – also auf planbare Abwesenheiten.

Die Belastung ist ungleich verteilt. Auf die 5 Prozent der Kitas mit mehr als 15 Meldungen entfallen 34 Prozent aller Meldungen, während 45 Prozent der Einrichtungen gar nicht gemeldet haben. Ein einfaches Stadt-Land-Gefälle gibt es nicht: Einzelne Jugendamtsbezirke melden über zwei Drittel betroffener Kitas (Lohmar 95 Prozent, Voerde 94 Prozent, Erkelenz 92 Prozent), der niedrigste Wert liegt in Minden bei 2 Prozent. Auffällig ist zudem, dass Kitas mit hohen Anteilen an Kindern mit nichtdeutscher Familiensprache etwas häufiger melden – für die Sprachbildung entsteht damit zusätzlicher Druck. Im Kontext des Berichts plant NRW im Kita-Jahr 2026/27 erstmals mehr Schließungen (124) als Neueröffnungen (80) bei 10.805 geförderten Kitas; 82 Prozent der Einrichtungen planen 21 bis 27 Schließtage.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Verankern Sie die alltagsintegrierte Sprachbildung in einem schriftlichen Vertretungskonzept: Wenn Öffnungszeiten gekürzt werden, verschwinden zuerst die Zusatzangebote. Halten Sie fest, welche Sprachroutinen (Morgenkreis, Mahlzeiten, dialogisches Lesen) auch bei Unterbesetzung stattfinden.
  • Nutzen Sie mehrsprachige Impulskarten und Beobachtungsbögen zum Mitgeben: An Tagen mit reduzierten Betreuungszeiten können Familien die Sprachstandsbeobachtung zu Hause weiterführen, statt dass Beobachtungsreihen abreißen.

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Machen Sie Kürzungen früh und einheitlich transparent: Bei reduzierten Platzzahlen oder Betreuungszeiten trifft es Kinder innerhalb derselben Kita unterschiedlich – kurze, mehrsprachige Aushänge und persönliche Info verhindern Missverständnisse.
  • Bündeln Sie Fortbildungen, Prüfungen und Termine in ruhigen Wochen und stimmen Sie sie im Team ab: Der Bericht zeigt, dass urlaubs- und fortbildungsbedingte Abwesenheiten ein relevanter Meldegrund sind und sich mit Krankheitswellen überlagern.

Für Kita-Leitungen

  • Behandeln Sie die 47er-Meldungen als Steuerungsdaten, nicht als Vorwurf: Die Auswertung nach Jugendamtsbezirken, Trägergruppen und Schließtagen liefert Argumente für Personalverhandlungen mit dem Träger und für die Jugendhilfeplanung.
  • Nehmen Sie die Meldepflicht nach § 47 SGB VIII konsequent wahr und dokumentieren Sie die Folgen – reduzierte Zeiten, geschlossene Gruppen, ausgefallene Projekte. Ohne belastbare Meldungen bleibt die Personallücke statistisch unsichtbar.
  • Prüfen Sie Schließtage und Dienstplanung als Stellschraube: Nur 18 Prozent der NRW-Kitas erfüllen die Soll-Vorgabe von weniger als 21 Schließtagen; planbare Abwesenheiten lassen sich entzerren, kurzfristige Krankheitswellen nicht.

Häufige Fragen

Was zeigt der Bericht zu den Personalunterdeckungen? Für 2025 liegen 36.103 Meldungen aus 6.018 Kitas vor. Der Anteil betroffener Kitas stieg von 7,6 Prozent (2022/23) über 13,5 Prozent auf 14,6 Prozent (2024/25).

Wie reagieren Kitas? In 46 Prozent der Meldungen wurden die Öffnungszeiten reduziert, in 44 Prozent die Zahl der Betreuungsplätze, in 21 Prozent einzelne Gruppen geschlossen. Eine vollständige Schließung gab es bei 3 Prozent.

Was ist der häufigste Grund? Kurzfristiger Krankheitsausfall, genannt in 92 Prozent der Meldungen.


Quellen & Referenzen

  • Bericht: Autor:innengruppe Kindertagesbetreuung NRW (2026): Kindertagesbetreuung NRW 2026. Empirische Trends zum Wandel der Angebote der frühen Bildung mit einem Schwerpunkt zu Personalunterdeckungen nach § 47 SGB VIII. eldorado.tu-dortmund.de
  • Projektseite: Forschungsverbund DJI/TU Dortmund – Projekt „Kindertagesbetreuung NRW“. forschungsverbund.tu-dortmund.de
  • Rechtsgrundlage: § 47 SGB VIII – Meldepflicht bei Personalunterdeckung. gesetze-im-internet.de
  • Land NRW: Start des Kita-Jahres 2026/2027 – 741.893 Kinder, Sprach-Kitas, Chancen-Kitas. land.nrw
  • Presse: „Kitas im Umbruch: Wissenschaftlicher Bericht zählt mehr Schließungen als Neueröffnungen“. news4teachers.de
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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

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