Kita-Fachnews
Gemütlicher Tisch mit zwei Stühlen und Holzhaus (Themenfeld Elternarbeit & Familien)
Elternarbeit & Familien

Familienzentren in Niedersachsen: Landesweite Befragung gestartet – was Sprachbildung und Elternarbeit jetzt brauchen

Niedersachsen befragt bis 9. Oktober 2026 erstmals landesweit Familienzentren. Die Ergebnisse sollen Sprachbildung und Elternarbeit vor Ort absichern.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Seit dem 22. September 2026 läuft in Niedersachsen die erste landesweite Online-Befragung zur Familienzentrumsarbeit. Sie wird von der nifbe-Landeskoordinierungsstelle Familienzentrumsarbeit und der Expert*innenrunde Familienzentren Niedersachsen getragen und ist bis zum 9. Oktober 2026 geöffnet. Angesprochen sind ausdrücklich alle Akteurinnen: Einrichtungen, die bereits als Familienzentrum arbeiten, ebenso wie Kitas und Kommunen, die ein Familienzentrum aufbauen oder bisher keine Familienzentrumsarbeit umsetzen. Die anonyme Befragung dauert maximal 20 Minuten. Sie soll sichtbar machen, wie Familienzentrumsarbeit gestaltet wird, welche Ressourcen vorhanden sind und wo Unterstützung fehlt – ausdrücklich mit dem Ziel, dass die Ergebnisse als Argumentations- und Verhandlungsgrundlage gegenüber Trägern, Kommunen und Geldgebern* dienen, etwa bei Personal, Ausstattung und Qualifizierung.

Der Hintergrund erklärt die Dringlichkeit: Niedersachsen ist eines der wenigen Bundesländer ohne Landesförderprogramm für Familienzentren. Die rund 300 bestehenden Zentren finanzieren sich überwiegend aus befristeten kommunalen Mitteln und Stiftungsgeldern; die Landeshauptstadt Hannover fördert seit 2006 inzwischen 51 Kitas, die sich zu Familienzentren weiterentwickeln, mit 47.000 bis 62.000 Euro pro Jahr für Koordinationsstelle und Sachmittel. Fachliche Grundlage für die Weiterentwicklung ist der gemeinsam von nifbe und Landesvereinigung für Gesundheit erarbeitete Qualitätsrahmen „Familienzentren Niedersachsen“; 2026 ist zudem das Netzwerk Familienzentrumsarbeit Niedersachsen gegründet worden. Eine im Sommer 2026 gestartete Landtags-Petition des Netzwerks für eine nachhaltige Finanzierung verfehlte mit rund 1.550 Mitzeichnungen die nötigen 5.000 Stimmen, der Petitionsausschuss will sich mit dem Anliegen dennoch befassen. Dass es auch anders geht, zeigt Nordrhein-Westfalen: Dort werden aktuell rund 3.318 Familienzentren mit einem Gütesiegel und einer dynamisierten Förderung von 25.268,19 Euro pro Jahr (Kindergartenjahr 2026/2027) unterstützt – das sind deutlich mehr als ein Drittel aller Kitas. Anlass für einen Vergleich liefert der Fachkongress „20 Jahre Familienzentrum NRW: Sprachförderung und Chancengerechtigkeit im Fokus“ am 24. September 2026 in Dortmund und online.

Für die sprachliche Bildung sind Familienzentren kein Nebenschauplatz: Kitas sind in Niedersachsen – wie bundesweit – die wesentliche Ausgangsinstitution, weil über sie Vorschulkinder und ihre Familien früh und verlässlich erreicht werden. Familienzentrumsarbeit verknüpft Betreuung mit Beratung, Begegnung und Familienbildung unter einem Dach; Eltern werden als Experten ihrer Kinder beteiligt, und niedrigschwellige, kostenfreie Angebote erreichen auch mehrsprachige Familien, die klassische Elternabende selten nutzen. Der Bezugsrahmen ist häufig der Early-Excellence-Ansatz mit seiner ressourcenorientierten Haltung. Belastbare Wirksamkeitsdaten für Niedersachsen fehlen bislang jedoch – genau diese Lücke soll die Befragung schließen.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Verknüpfen Sie alltagsintegrierte Sprachbildung mit der Familienzentrumsarbeit: feste, niedrigschwellige Erzähl- und Vorleseformate (Bilderbuchbetrachtung, Erzählrunden, mehrsprachige Leseinseln), zu denen Eltern ohne Anmeldung dazukommen können, wirken stärker als ein zusätzlicher Elternabend.
  • Nutzen Sie die Befragung, um den Beitrag sprachlicher Bildung zum Profil Ihres Hauses sichtbar zu machen: Beschreiben Sie, wie viele Kinder Sie erreichen, welche Formate neben dem Gruppenalltag laufen und welche Zeit dafür fehlt.

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Bringen Sie Beobachtungen aus dem Alltag als Datenbasis mit: Themen der Kinder und Gespräche mit Eltern zeigen am schnellsten, welche Angebote der Sozialraum braucht.
  • Entwickeln Sie gemeinsam mit Eltern ein „offenes Angebot“ (Eltern-Kind-Nachmittag, Gesprächszeit ohne Anlass), statt Beratung anlass- und fehlergebunden zu denken – das macht Kontakt zu Familien mit Sprachbarrieren wahrscheinlicher.

Für Kita-Leitungen

  • Melden Sie teil, auch wenn Sie noch kein Familienzentrum sind – die Befragung erhebt ausdrücklich Perspektiven von Einrichtungen, die den Aufbau planen oder verwerfen. Frist: 9. Oktober 2026, ca. 20 Minuten, anonym.
  • Sichern Sie die Verwertung intern ab: Legen Sie vor dem Ausfüllen fest, wer die Angaben (Personal, Sachmittel, Fortbildung, Raum) zusammenführt, und planen Sie die Rückmeldung der Ergebnisse in Team und Träger sowie ein Gespräch mit der Kommune.
  • Prüfen Sie, ob Ihr Konzept anschlussfähig ist: Der Qualitätsrahmen „Familienzentren Niedersachsen“ und der Early-Excellence-Ansatz liefern die Argumente, wenn es um Koordinationszeit, Qualifizierung und eine dauerhafte Finanzierung statt Projektmitteln geht.

Häufige Fragen

Worum geht es in der Befragung? Es ist die erste landesweite Online-Befragung zur Familienzentrumsarbeit in Niedersachsen. Sie läuft seit dem 22. September bis zum 9. Oktober 2026 und wird von der nifbe-Landeskoordinierungsstelle Familienzentrumsarbeit getragen.

Wie viele Familienzentren gibt es in Niedersachsen? Rund 300. Sie finanzieren sich überwiegend aus befristeten kommunalen Mitteln und Stiftungsgeldern, ein Landesförderprogramm fehlt.

Was fördert Hannover? Die Landeshauptstadt fördert seit 2006 inzwischen 51 Kitas auf dem Weg zum Familienzentrum mit 47.000 bis 62.000 Euro pro Jahr für Koordinationsstelle und Sachmittel.


Quellen & Referenzen

  • nifbe – Landeskoordinierungsstelle Familienzentrumsarbeit: Befragung Familienzentrumsarbeit (veröffentlicht 22.09.2026, Teilnahme bis 09.10.2026). nifbe.de
  • nifbe: Landeskoordinierungsstelle Familienzentrumsarbeit in Niedersachsen – Aufgaben und Kontakt. nifbe.de/familienzentren
  • nifbe: Förderung von Kinder- und Familienzentren in Deutschland – Länderüberblick (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen) mit Förderhöhen. nifbe.de
  • Netzwerk Familienzentrumsarbeit Niedersachsen: Aktuelles, Stand der Landtags-Petition (29.07.2026). netzwerk-familienzentrumsarbeit-nds.de
  • Niedersächsischer Landtag: Öffentliche Petition „Stärkung und Weiterentwicklung der Familienzentrumsarbeit in Niedersachsen“ (Mitzeichnungszeitraum beendet). navo.niedersachsen.de
  • Auridis Stiftung: Initiative zum Auf- und Ausbau von Familienzentren in Niedersachsen (Hintergrund, Qualitätsrahmen). auridis-stiftung.de
  • Familienzentrum NRW: Fortbildungskalender mit Fachkongress „20 Jahre Familienzentrum NRW: Sprachförderung und Chancengerechtigkeit im Fokus“, 24.09.2026, Dortmund und online. familienzentrum.nrw.de
#Familienzentrum#Elternarbeit#Erziehungspartnerschaft#Sprachbildung#Sozialraum#FrüheHilfen#Niedersachsen

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

Der kostenlose Wochenüberblick per E-Mail

Die wichtigsten Beiträge der Woche, einmal pro Woche. Kostenlos, ohne Verpflichtung und jederzeit mit einem Klick abbestellbar.

Kostenlos und jederzeit abbestellbar. Du bekommst zuerst eine E-Mail, in der du deine Anmeldung bestätigst (Double-Opt-in). Mehr in der Datenschutzerklärung.