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Kinder- und Jugendhilfe & Gesellschaft

Berlin hat gewählt: Was der Machtwechsel für Sprachbildung, Kita-Sozialarbeit und Personalschlüssel bedeutet

Die Linke gewinnt die Berlin-Wahl 2026, Schwarz-Rot ist abgewählt. Für Kitas beginnt nun die entscheidende Phase der Koalitionsverhandlungen.

Aktuelle Entwicklung & wissenschaftlicher/fachlicher Hintergrund

Das vorläufige Ergebnis der Berliner Abgeordnetenhauswahl vom 20. September 2026 steht fest: Nach Angaben des Landeswahlleiters gewinnt Die Linke mit 25,7 Prozent der Zweitstimmen (+13,4 Punkte) klar vor der CDU (18,8 Prozent, −9,5), der AfD (16,3 Prozent, +7,2), den Grünen (14,3 Prozent, −4,1) und der SPD (12,1 Prozent, −6,3). Das BSW scheitert mit 4,7 Prozent knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent (2023: 62,9 Prozent); erstmals durften 16- und 17-Jährige das Abgeordnetenhaus mitwählen. Die bisherige schwarz-rote Koalition ist damit abgewählt – nach rbb|24 hätten sowohl ein rot-grün-rotes Bündnis unter Führung der Linken als auch eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD eine Mehrheit.

Für die rund 38.000 pädagogischen Fachkräfte, die in Berliner Kitas mit dem neuen Berliner Bildungsprogramm arbeiten, geht es dabei um mehr als ein Personalkarussell. Die 2025 beschlossene Novelle des Kindertagesförderungsgesetzes (KitaFöG) setzt den Rahmen, der jetzt verteidigt oder ausgebaut werden muss: die zweistufige Personalschlüsselverbesserung (ab Januar 2026 und ab August 2026, mit der 2.400 Vollzeitstellen im System gehalten werden), ein Partizipationszuschlag von 0,03 bis 0,04 Vollzeitäquivalenten pro Kind für Einrichtungen mit vielen Berlinpass-BuT-Kindern oder Sprachförderkindern, ein separates Sprachförderzuschlag für jedes Sprachförderkind sowie das Kita-Chancenjahr mit Willkommensgutschein ab dem dritten Geburtstag und verbesserter Vermittlung 4,5-jähriger Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf. Gleichzeitig endete Berlins Landesprogramm Sprach-Kitas am 31. Juli 2025 übergangslos – die bewährten Sprachfachkräfte- und Fachberatungsstellen gibt es in der Stadt nicht mehr. Wer die nächste Regierung führt, entscheidet also darüber, ob Sprachbildung wieder eigene Stellen bekommt oder dauerhaft als Aufgabe „nebenbei“ im Gruppenalltag hängt.

Genau dort liegen die Konfliktlinien zwischen den Parteien. Laut der Übersicht des Deutschen Kitaverbands will die CDU die Vorschulklassen wieder einführen, die SPD ein verpflichtendes letztes Kita-Jahr, die Grünen setzen auf frühe Förderung im bestehenden System, alltagsintegrierte Sprach- und Familienbildung sowie die Expertise der früheren Sprach-Kitas und wollen die Kita-Sozialarbeit im Koalitionsvertrag verankern, die Linke will Kitas strukturell stärker im Bildungssystem verankern und Sprachförderung über zusätzliche Fachkräfte verbessern. Der Deutsche Kitaverband fasst seine Erwartungen in 11 Forderungen zusammen: frühe Bildung politisch priorisieren, verlässliche alltagsintegrierte Sprachbildung finanzieren, das Chancenjahr praxistauglich umsetzen, Personalzuschläge neu ordnen, Inklusion, Kinderrechte und Kita-Sozialarbeit stärken sowie rückläufige Kinderzahlen strategisch nutzen (Stichwort: Qualität statt Platzabbau). Verbindliche Kita-Zusagen entstehen jedoch erst im Koalitionsvertrag; die Sondierungen sollen in der kommenden Woche beginnen.


Praxistransfer & Handlungsimpulse

Für Sprachförderkräfte

  • Den eigenen Beitrag sichtbar machen: Notieren Sie vier Wochen lang, welche Sprachförderanlässe in Ihrer Einrichtung ungenutzt bleiben (Essenssituation, Garderobe, Freispiel) – diese Beobachtung ist das wirksamste Argument gegenüber Träger und Politik, weil sie zeigt, was die KitaFöG-Zuschläge konkret bewirken könnten.
  • Die Zuschlagssystematik kennen: Berlin finanziert Sprachförderung über zwei Wege – den Sprachförderzuschlag je Sprachförderkind und den Partizipationszuschlag ab 20 Prozent BuT- bzw. Sprachförderkindern. Fragen Sie in Ihrem Team nach, ob diese Mittel bei Ihnen ankommen und wofür sie verwendet werden.

Für pädagogische Fachkräfte im Gruppenalltag

  • Übergänge dokumentieren statt nur begleiten: Weil die künftige Landesregierung über Vermittlung und Förderung der 4,5-Jährigen mit Sprachförderbedarf entscheidet, sind belastbare Beobachtungen zum Sprachstand eine gute Grundlage für Elterngespräche – und für Forderungen der Einrichtung.
  • Kinderrechte fachlich verankern: Die Grünen wollen Kinderrechte und Demokratiebildung früh im Kitaalltag verankern, die Linke Partizipation und Diskriminierungssensibilität stärken. Beides lässt sich ohne neue Programme umsetzen, etwa über regelmäßige Kinderkonferenzen und Beschwerdewege.

Für Kita-Leitungen

  • Die eigene Position im Koalitionspoker platzieren: Die Forderungen des Deutschen Kitaverbands (Praxispriorität, verlässliche Sprachbildung, Trägerbeteiligung) sind anschlussfähig an jede Koalitionsvariante – nutzen Sie sie für Schreiben an die Fraktionen und für die eigene Trägerkommunikation.
  • Chancenjahr und Personalschlüssel überprüfen: Prüfen Sie, ob Willkommensgutschein, Zuschläge und die zweite Stufe der Personalschlüsselverbesserung in Ihrer Einrichtung tatsächlich so ankommen wie im Gesetz vorgesehen, und melden Sie Lücken an Fachberatung und Träger.
  • Sinkende Kinderzahlen als Qualitätshebel formulieren: Statt Platzabbau sind kleinere Gruppen und mehr mittelbare Zeit die stichhaltige Antwort – ein Argument, das in Berlin parteiübergreifend anschlussfähig ist.

Häufige Fragen

Wie hat Berlin am 20. September 2026 gewählt? Nach vorläufigem Ergebnis gewinnt Die Linke mit 25,7 Prozent vor CDU (18,8), AfD (16,3), Grünen (14,3) und SPD (12,1). Das BSW scheitert mit 4,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,2 Prozent.

Wie viele Fachkräfte sind betroffen? Rund 38.000 pädagogische Fachkräfte arbeiten in Berliner Kitas mit dem neuen Berliner Bildungsprogramm.

Was gilt beim Personalschlüssel? Die 2025 beschlossene KitaFöG-Novelle sieht eine zweistufige Personalschlüsselverbesserung vor (ab Januar 2026 und ab August 2026).


Quellen & Referenzen

  • rbb|24: „Linke klare Wahlsiegerin in Berlin“ – vorläufiges Ergebnis der Abgeordnetenhauswahl (21.09.2026). rbb24.de
  • rbb|24: Liveticker zum Wahltag mit dem vorläufigen Ergebnis nach Auszählung aller Bezirke (20./21.09.2026). rbb24.de
  • tagesschau.de: Alle Ergebnisse der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2026. tagesschau.de
  • Deutscher Kitaverband: 11 Forderungen zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 (13.07.2026). deutscher-kitaverband.de
  • Kita-Stimme.berlin: „Was den Medien diese Woche wichtig war KW 28_2026“ – Kita-Positionen der Parteien, Forderungskatalog und Zitat von Claudia Geisler (Deutscher Kitaverband). kita-stimme.berlin
  • Deutsches Schulportal: „Landtagswahlen 2026: Was die Parteien in der Bildung ändern wollen“ – Kita-Kapitel mit Positionen zu Partizipation und Demokratiebildung. deutsches-schulportal.de
  • Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie: „Mehr Qualität, mehr Zeit, mehr Chancen: Berlin modernisiert das KitaFöG“ (04.12.2025) – Partizipations- und Sprachförderzuschlag, Personalschlüssel, Kita-Chancenjahr. berlin.de
  • Kita-Stimme.berlin: Themenseite Kita-Politik – „Das Ende der Sprach-Kitas in Berlin – ein Abgesang“ (23.07.2025) und Stand der Kita-Sozialarbeit. kita-stimme.berlin
  • Land Berlin: Kitakongress 2026 zum neuen Berliner Bildungsprogramm – Arbeitsgrundlage für rund 38.000 pädagogische Fachkräfte. berlin.de
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Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung recherchiert und aus den genannten Quellen zusammengestellt. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen. Hinweise oder Korrekturen an admin@connect-social.de.

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